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Junge Generation bringt frischen Wind

Lustadt: René Bauer Containerdienst denkt über einen Wertstoffhof nach – Ziel: Ausbildungsbetrieb werden

René Bauer Containerdienst hat gerade eine Erweiterung des Betriebsgeländes genehmigt bekommen. Der Generationswechsel ist in aller Ruhe abgelaufen, das Unternehmen setzt weiter auf Wachstum. Das Geschäft mit Altmetall, Containerdienst und Transporten sei zwar hart, mache aber auch viel Spaß, erzählen Junior und Senior.

8000 Quadratmeter hat das Firmengelände im Gewerbegebiet Lustadt. Fünf Lastwagen, zwei davon für Abroll-Container und drei für sogenannte Absetz-Container, sind unterwegs, auf dem Gelände wird zudem das Material mit einem Greifbagger umgesetzt, sortiert und in die entsprechenden Lagerbereich verfrachtet, Boxen genannt. Gerade hat das Unternehmen die Erweiterung seines Betriebsgeländes genehmigt bekommen – die Zeichen stehen auf Expansion. „Der Betrieb ist deutlich gewachsen“, attestiert auch Hans Hepp, der als Ingenieur die Erweiterung begleitet hat. Für ihn ganz wichtig: „Die Firma Bauer kümmert sich wirklich darum, Belastungen ganz gering zu halten und hat deshalb auch Investitionen gemacht, die rein nach dem Gesetz gar nicht nötig wären.“
„Seit Kupferdiebe zugeschlagen haben, wird im Betrieb kein Buntmetall mehr gelagert.“
Die Genehmigung der Betriebserweiterung sei auch problemlos vonstatten gegangen, sagt Hepp. Gerade mal drei Monate haben die zuständigen Behörden gebraucht, um alle notwendigen Stempel aufs Papier zu drücken – oft dauere so ein Verfahren mehr als ein Jahr. Insbesondere die Kreisverwaltung sei sehr kooperativ gewesen, freut sich René Bauer. Seit 2001 ist René Bauer mit im Geschäft. Der damals 19-Jährige hat von Vater Martin Bauer „von der Pike auf“ gelernt. Der gelernte Kfz-Mechaniker hat Container gefahren und im Betrieb mit angepackt. „Wenn einer unserer Fahrer krank ist oder Urlaub hat, fahre ich auch. Und es macht mir Spaß, ich brauche das einfach“, sagt er. Inzwischen ist er Geschäftsführer, seine Schwester Julia organisiert den kaufmännischen Bereich zusammen mit Mutter Elisabeth, und der Unternehmensgründer Martin Bauer steht natürlich immer noch mit Rat und Tat zur Seite. „Es ist gut wie die junge Generation frischen Wind reinbringt“, sagt der Senior. Deutlich mehr als 50.000 Euro investiert die Firma gerade in die Erweiterung. Der Umsatz liege „im sechsstelligen Bereich“. Zwischen 1000 und 1500 Tonnen Altmetall schlägt das Unternehmen jeden Monat um, dazu kommt noch einmal das Geschäft mit dem Müll, hauptsächlich Schutt.

„Wir sind durch die drei Geschäftsbereiche Container, Altmetall und Transporte breit aufgestellt“, erklärt der Firmengründer, „Wenn ein Geschäftsbereich mal konjunkturbedingt etwas schwächelt, gleich wir das aus.“ Der Erfolg gibt ihm Recht: Die Fahrzeuge sind ständig ausgelastet, Stillstand gibt es nicht.

Vor 30 Jahren hat Martin Bauer mit dem Containerdienst angefangen. Damals war er allein unterwegs, der Arbeitstag hatte in aller Regel 16 Stunden. Elisabeth Bauer erledigte derweil die Buchhaltung, schrieb Rechnungen und kümmerte sich um Steuern und Behördengänge. Einen Lastwagen und einen Bagger hatte das Lustadter Unternehmen damals. Inzwischen gibt es sechs Mitarbeiter und einen Fuhrpark der in einem Umkreis von rund 200 Kilometern im Einsatz ist. Konkurrenz verstehen Vater und Sohn dabei eher als Ansporn. „Unsere Stärke ist, dass wir schnell reagieren können“,sagt René Bauer. Ein Vorteil, der zum einen durch die motivierten Mitarbeiter zustandekomme, die regelmäßig auch auf Weiterbildungen und Fachkundelehrgänge geschickt werden. „Zudem können die ganz Großen einfach nicht so flexibel reagieren, wenn jemand zum Beispiel noch freitagsnachmittags mal einen Container braucht“, sagt er.

Schwerig ist derzeit eher die Situation an den Märkten. Die Metallpreise seien sehr unruhig, erklärt René Bauer. Zudem habe man sich bei den Buntmetallen wie Kupfer umstellen müssen. Nachdem im vergangenen Jahr auch das Lustadter Unternehmen Opfer von Kupferdieben wurde, wird kein Buntmetall mehr gelagert sondern direkt „durchgefahren“ zu den Großhändlern.

Pläne für nähere Zukunft hat das Familienunternehmen auch schon in der Schublade: Wenn alles klappt, will man eine Art Wertstoffhof für Lustadt und Umgebung werden. Bislang hat man viele Bauunternehmen und Handwerksbetriebe schon als Partner, künftig sollen auch Privatleute ihren Bauschutt und Ihr Altmetall anliefern können. Das Metall wird dann nach aktuellem Tagespreis vergütet.

Zudem ist geplant, innerhalb der nächsten ein, zwei Jahre Ausbildungsbetrieb zu werden. Vier neue Arbeitsplätze hat das Unternehemen ja schon in den vergangenen Jahren geschaffen. (Isb)

ZUR SACHE

Emissionsschutz
Jeder Lagerbetrieb habe den Emissionsschutz zu beachten, erklärt Hans Hepp, Ingenieur auf diesem Gebiet. Die Genhemigung für Unternehmen wie René Bauer Containerdienst im Lustadter Gewerbegebiet sei an die Betriebsgröße gebunden. Lagermenge und Tagesumschlag seien die beiden Größen, die es zu beachten gelte, so Hepp weiter.

Rein gesetzlich ist vorgeschrieben, dass bei der Lagerung und Sortierung der Altmetalle nichts „daneben“ geht, insbesondere im Bereich des Wasserrechts. Konkret heißt das, dass zwar alle Altmetallteile, die in Lustadt umgeschlagen werden, sauber sein müssen – aber rein auf die Möglichkeit hin , dass doch einzelne Teile Ölrückstände enthalten könnten, müssen entsprechende Vorkehrungen getroffen werden.

Der Lagerbereich des Unternehmens René Bauer Containerdienst erhält deshalb eine neue Betonversiegelung, zudem werden entsprechende Ölabscheider eingebaut. Damit darf das Unternehmen weiter „nicht gefährliche Abfälle“ umschlagen und sortieren und weiter expandieren können. (Isb)